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Wann läutet man die Alarmglocke?

Banken, die Krisenunternehmen durch Kontokorrentrahmen finanzieren, haben heute grundsätzlich immer zwei Risiken zu beachten:

  1. das Ausfallsrisiko
  2. das Anfechtungsrisiko

Während man dem Ausfallsrisiko durch Einforderung neuer Sicherheiten begegnen kann, stellt das Anfechtungsrisiko ein weitaus größeres Problem dar. Hier geht es im Ernstfall vor allem um die Streitfrage: Wann wurde ein Unternehmen insolvent und wann hätte die Bank davon wissen müssen? Dabei ist nach den beiden Insolvenzgründen Zahlungsunfähigkeit und insolvenzrechtliche Überschuldung zu unterscheiden.

Ein Indiz für eine eventuelle Zahlungsunfähigkeit ist die permanente Vollausschöpfung eines Kontokorrentrahmens. Hier kann man sich sehr schnell Gewissheit über die aktuelle Situation durch eine Zahlungsfähigkeitsprüfung verschaffen.

Wann die Frage nach der insolvenzrechtlichen Überschuldung gestellt werden muss, ist schwieriger zu definieren. Hier spricht die Judikatur von anhaltenden Krisenanzeichen - also wenn über einen längeren Zeitraum stetige Absatz- und Umsatzrückgänge verzeichnet wurden und zu Verlusten geführt haben. Hier sollten ab dem Zeitpunkt der Unterschreitung der URG-Grenzen GuV- und Bilanzkennzahlen in engen Abständen, auch unterjährig geprüft werden. Tritt keine Verbesserung ein, oder wird das Eigenkapital sogar aufgebraucht, wird eine Weiterfinanzierung nur noch auf Basis einer Fortbestandsprognose zu bewerkstelligen sein.