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Wann ist eine Fortbestandsprognose nötig?

Das österreichische Insolvenzrecht sieht zwei Gründe vor, weshalb ein Insolvenzverfahren anzumelden ist: die Zahlungsunfähigkeit und die (insolvenzrechtliche) Überschuldung. Die Frage nach einer eventuellen Zahlungsunfähigkeit seines Unternehmens muss man sich stellen, wenn die verfügbaren liquiden Mittel nicht ausreichen, um die fälligen Verbindlichkeiten vollständig zu bedienen. Dagegen gibt es jedoch verschiedene Symptome, die die Frage nach einer Überschuldung notwendig machen:

  1. Bei anhaltenden Krisenanzeichen, d.h. wenn über einen längeren Zeitraum Absatz-/Umsatzrückgänge verzeichnet und Verluste erwirtschaftet werden, spätestens jedoch
  2. bei negativem Eigenkapital in der Bilanz stellt die Erklärung, ob die buchmäßige Überschuldung von insolvenzrechtlicher Bedeutung ist eine Pflichtangabe im Anhang des Jahresabschlusses dar.
  3. Bei Zahlungsstockung, d.h. wenn die fälligen Verbindlichkeiten die aktuell liquiden Mittel übersteigen, aber die Zahlungsfähigkeitsprüfung ergeben hat, dass keine Zahlungsunfähigkeit vorliegt, muss man ebenfalls die insolvenzrechtliche Überschuldung prüfen.

Der Frage nach der insolvenzrechtlichen Überschuldung begegnet man zunächst mit einem Vermögensstatus, in dem Aktiva und Passiva zu Liquidationswerten gegenüber- gestellt werden. Wird dabei eine rechnerische Überschuldung festgestellt, ist die Einschätzung der Überlebensfähigkeit durch eine Fortbestandsprognose zu treffen.